Umstellung von ISDN auf VoIP Telefonie – der Wechsel ist längst in vollem Gange

kabelsalat - istockphoto.com:Collage_BestAls das Telefonieren per Voice over IP neu war, war es eine interessante Zusatzoption. Die Sprachübertragung über das Internet machte es möglich, kostenlos zu telefonieren. Einige Nutzer haben dann auch komplett gewechselt und sich für ein VoIP-fähiges Telefon entschieden. Doch inzwischen ist die Technik eher Standard als Ausnahme. Bis 2018 will die Telekom alle Anschlüsse komplett auf Voice over IP umstellen.

Kombipakete häufig nur mit VoIP

Die meisten Provider bieten heute bereits Internet und Telefon im Kombipaket an. Dem Nutzer ist dabei meistens nicht einmal bewusst, dass er gar nicht mehr über einen analogen oder einen ISDN Anschluss telefoniert. Spezielle Einstellungen sind nicht nötig, denn die Leitung wird vom Anbieter selbst automatisch über das Netz gelegt. Die benötigte Hardware stellt der Anbieter ebenfalls zur Verfügung.

Egal ob über Skype oder direkt über den Telefonanbieter – die Telefonverbindung über das Internet ist nur dann gut, wenn die Internetleitung schnell genug ist. DSL, besser VDSL, oder Internet über Kabel sind hier Pflicht. Alte, analoge Telefone lassen sich normalerweise nicht mehr betreiben, doch jedes moderne, kabellose Telefon bietet in der Regel die nötige Technik (siehe dazu auch www.schnurlosetelefonetest.com).

Wer sich für ein Paket zum Beispiel bei der Telekom oder auch bei den Kabelanbietern Kabel Deutschland bzw. Unitymedia entscheidet, muss sich über die Internetgeschwindigkeit allerdings keine Sorgen machen. Denn die Leitungen sind in der Regel bei den Paketen stark genug.

  • Es sollte problemlos möglich sein, über dieselbe Leitung im Internet zu surfen und parallel auch zu telefonieren.
  • Kommt das Internet über das Kabel, muss die Leitung sogar gewährleisten, dass gleichzeitig auch TV in HD-Qualität geschaut werden kann. Komforteinbußen müssen Nutzer also nicht befürchten.

Das Telefonieren über das Internet beschränkt sich also nicht nur auf Skype und andere entsprechende Dienste, es hat die traditionellen, analogen Telefonanschlüsse bzw. ISDN Anschlüsse bei vielen Kunden inzwischen abgelöst.

Kunden bemerken dies auch an den gesunkenen Preisen, denn den Telefonanschluss gibt es bei den Anbietern normalerweise zum Internet gratis dazu.

Der Unterschied zwischen ISDN und VoIP

Die analogen Anschlüsse über das kabelgebundene Telefonnetz gibt es in Deutschland immer noch. Die Übertragung erfolgt hierbei über einen Hauptverteiler, wobei jeder Nutzer eine eigene Leitung mit einer Rufnummer erhält. Da heutzutage europaweit digitale ISDN Anschlüsse Standard sind, werden die analogen Anschlüsse aber inzwischen über Analog-Digital-Umsetzer durch die Telekom bereitgestellt. Das digitale Signal wird in ein analoges umgewandelt. Kunden können auf diese Weise weiterhin analoge Telefone und Faxgeräte nutzen.

ISDN ist also eigentlich Standard, die Telekom berechnet für die Bereitstellung allerdings einen Aufpreis.

  • Der analoge Anschluss wird weiterhin als „Standard Anschluss“ verkauft, der ISDN Anschluss kostet einen monatlichen Aufpreis von 4-8 Euro.
  • Die Qualität ist unwesentlich besser, bei ISDN können zudem mehrere Kanäle gleichzeitig genutzt werden.
  • So lassen sich über eine ISDN Telefonanlage über einen Anschluss mehrere Telefone oder auch Faxgeräte betreiben. 3-10 Rufnummern pro Anschluss werden bereitgestellt.

Der VoIP Anschluss ist nur die logische Weiterführung des ISDN Anschlusses. Die Datenübertragung erfolgt hier digital über das Internet, und zwar auf der Basis des Internetprotokolls (IP). Theoretisch sind hier beliebig viele Rufnummern und Kanäle für jeden Nutzer möglich, die Gestaltung ist also äußerst flexibel.

  • In der Praxis bietet die Telekom derzeit für einen VoIP Anschluss zwei Nutzkanäle und bis zu 10 Rufnummern an.
  • Dabei ist der Anschluss nicht teurer als der herkömmliche Standard Anschluss und deutlich preiswerter als der bisherige ISDN Anschluss.

Die Telekom stellt bis 2018 komplett auf VoIP um

Die Telekom hat bereits angekündigt, das Telefonnetz auf der Basis der VoIP Vermittlungstechnik komplett umzustrukturieren. Ursprünglich hatte der Konzern geplant, schon bis 2016 alle Anschlüsse auf Voice over IP umzustellen, inzwischen wurde das Datum allerdings korrigiert. Bis 2018 sollen alle ISDN Anschlüsse umgestellt werden. Wie die Umstrukturierung gestaltet werden soll, ist derzeit noch nicht klar. Für einen Wechsel bieten sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten an. Entweder stattet die Telekom jeden Kunden mit einem DSL Anschluss und einem Voice over IP geeigneten Router aus oder die Umstellung geschieht zentral am Standort des MSAN (Multi Service Access Node). Bild: istockphoto.com/Collage_Best

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